Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich der bevorstehenden Entscheidung des Gemeinderates zur
Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergieanlagen auf der Gemarkung Kraichtal möchte ich Sie vor einer Fehlentscheidung warnen, die nur zu Lasten unserer Landschaft, der Vogelwelt und
der großen Mehrheit der Bevölkerung geht.
"Windenergieanlagen produzieren kein CO2, tragen also zum
Klimaschutz bei, und sie erleichtern den Atomausstieg. Die projektierte Anlage versorgt 400 Haushalte mit Strom." Mit solchen und ähnlichen Argumenten versuchen Planer, Hersteller
aber auch manche Umweltschützer (der Anti-AKW-Bewegung) gutgläubigen Menschen die Windkraft schmackhaft zu machen. Die augenblickliche Gesetzeslage und staatliche Dauersubvention haben
leider dazu geführt, dass praktisch überall in Deutschland (unabhängig von der Windhöffigkeit) die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) rentabel ist, und zwar für Hersteller,
Anleger, Betreiber und Grundstückseigentümer. Die betroffene Bevölkerung hat bis auf die wenigen vorgenannten gar nichts davon sondern nur Nachteile.
Als betroffener Kraichtaler Bürger erlaube ich mir, Ihnen meine
Bedenken, auch wenn sie allgemein bekannt sind, gegen die Errichtung und damit die Festlegung von sog. Vorrangflächen in aller Kürze mitzuteilen, in der Hoffnung, dass die Argumente Ihnen
auch zu denken geben und Ihr Votum entsprechend ausfällt. Auf die nicht nachvollziehbare Prioritätensetzung bei der Auswahl der möglichen Vorranggebiete durch den Regionalverband
unter Mißachtung der Windverhältnisse und Verschonung der höher gelegenen, eigentlich geeigneteren Waldgebiete, möchte ich gar nicht eingehen.
1. Die zufällige, unbeständige und nicht zeitgerechte Verfügbarkeit von
Windenergie und damit Windstrom macht das Vorhalten von herkömmlicher Kraftwerksenergie notwendig. Windenergieanlagen, auch wenn sie massenhaft errichtet würden, könnten daher auch nicht
ein einziges, herkömmliches Kraftwerk, Kernkraftwerke eingeschlossen, ersetzen.
2. Der Beitrag der genutzten Windenergie zur Verringerung des
CO2-Ausstoßes ist, wie einfache Rechnungen beweisen, vernachlässigbar gering. Selbst bei einem angenommenen Betrieb von 50000 WKA's flächendeckend in Deutschland, was unser Land
unbewohnbar machen würde (alle 2.7 km eine WKA), würde sich der CO2-Ausstoß nur um 5,4 % verringern. Mit anderen Worten, das sog. Treibhausproblem wäre selbst durch eine totale
Umstellung der derzeitigen traditionellen Stromerzeugung auf die Nutzung der Windenergie nicht zu lösen.
3. Durch die zwangskartellartige Einspeisevergütung von 17,8 Pfennig je
kWh und Begünstigung durch Steuerrecht, Baukostenzuschüsse bis zu 33 %, sogar Betriebskostenzuschüsse und Zinsverbilligung aus dem Staatshaushalt werden finanzielle Mittel, die z.B. für
Maßnahmen zu nachhaltigen Energieeinsparung oder Förderung wirklich tragfähiger Energiegewinnungstechnologien sinnvoll eingesetzt werden könnten, umverteilt aus den Taschen vieler
in die Taschen weniger.
|