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Letzte Änderung:    24 März, 2012

Am 11. November 2000 machten wir uns auf den Weg ins Schwäbische. Dort wartete in einem kleinen Ort bei Tuttlingen eine drei Monate alte Berner Sennenhündin auf uns, der wir schon den Namen Olga gegeben hatten, obwohl wir sie noch gar nicht kannten. Als wir beim Züchter ankamen, empfing uns ein aufmerksames Bellen der Mutter von Olga, Xenia vom Sturmbühl. Die schöne und sehr freundliche Hündin begrüßte uns lebhaft und Olga, tapsig wie ein kleine Bärin, beobachtete dies zunächst interessiert. Aber dann  kam sie auch und ließ sich von uns streicheln. Natürlich bezauberte sie uns sofort. Keine Frage, diese kleine Olga, eigentlich Carla vom Sturmbühl, wollten wir mit nach Hause nehmen. Danach lernten wir auch Olgas zweijährige Schwester Zira kennen, die uns ebenfalls freundlich begrüßte. Und ihr Temperament ließ uns ahnen, welche Kraft und Lebensfreude auch in Olga schlummern könnten.

Am frühen Abend fuhren wir dann mit unserem neuen Familienmitglied den weiten Weg zurück nach Hause. Olga kauerte zu Füßen von Frauchen und muckste sich nicht. Die Autofahrt strengte sie aber sehr an, vor allem die flitzenden Scheinwerferlichter der überholenden Fahrzeuge. Zu Hause angekommen, wollte sie partout nicht in unser Häuschen, sondern unbedingt in Nachbars Garage. 

Nun lernte Olga viel Neues kennen: die fremden Geräusche und unsere Autos, das Häuschen, den Garten, die Nachbarn, die erwachsenen Kinder und die Enkelkinder. Es dauerte nur wenige Tage, bis die kleine Hündin uns vertraute. Nach vier Wochen intensiver Erziehung mit Liebe und Geduld und unruhigen Nächten war Olga stubenrein. Gegenüber Fremden vor allem Kindern blieb sie allerdings wochenlang skeptisch und ängstlich. Deshalb besuchte Frauchen mit Olga für ein halbes Jahr eine Hundeschule. Sie lernte dort Welpen verschiedener Rassen und erwachsene Hunde kennen, mit denen sie bald ausgelassen herumtollte. Auch das Zusammensein mit den Menschen dort tat Olga gut. Sehr bald waren Scheu und Skepsis überwunden. Allerdings fiel es ihrem Frauchen nicht immer leicht, in der schmuddeligen Jahreszeit auf den Hundeplatz zu gehen und dann wie durch den Acker gezogen Heim zu kommen.

Olga wuchs zu einer temperamentvollen, intelligenten, wesensfesten und liebevollen, jungen Berner Sennenhündin heran, die von Woche zu Woche schöner wurde. 

Nun ist sie ein Jahr und acht Monate alt, wiegt 40 kg, ist geimpft und entwurmt und nicht kastriert. Sie mag ihr Futter (sehr gutes Trockenfutter) und verschmäht auch Banane, Apfel und Möhre nicht. Freudig begleitet sie uns - oder begleiten wir sie? - auf  langen Spaziergängen (dreimal täglich) in unserem schönen und abwechslungsreichen Kraichtal. Sie versteht uns immer und gehorcht - meistens - gut. Besonders liebt sie es, in Gesellschaft mit anderen Hunden draußen zu sein. Sie zeigt Respekt vor großen Rüden, verträgt sich sehr gut mit Hündinnen und spielt rücksichtsvoll mit kleinen Hunden.

Gern mag sie nun auch Kinder. Doch ihre zärtliche, manchmal etwas feuchte Kontaktaufnahme wird von den jungen Müttern meistens energisch abgewehrt, was wiederum Olga gar nicht versteht. Wir leben mit unserer Berner Sennenhündin zusammen ein schönes Leben. Freude, Liebe und Fröhlichkeit gibt sie uns.

Olga.

 

28.4.2002  Ingrid Jacobs

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